Wie man das richtige Silikon für Formen auswählt – je nach Endverwendung
Ich erinnere mich an mein erstes Silikonprojekt: Ich hatte die Idee und das Design, aber im Geschäft stand ich plötzlich vor einem Regal voller Silikone – manche flüssiger, andere dickflüssiger, mit komplizierten Etiketten, die alles Mögliche versprachen. Welches war das richtige?
Falls du dich auch schon verwirrt gefühlt hast, lies weiter: Hier kommt ein praktischer Leitfaden, wie du das passende Silikon je nach Gießmaterial auswählst. Spoiler: Nicht jedes Silikon eignet sich für alles.
🔹 Wenn du Epoxidharz verwendest – keine Experimente
Epoxidharz ist anspruchsvoll. Es braucht ein Silikon mit mittlerer Viskosität: flüssig genug, um Details sauber aufzunehmen, aber nicht zu dünnflüssig, damit sich keine Luftblasen bilden. Außerdem muss es der Wärmeentwicklung während der Aushärtung standhalten.
👉 Verwende nur Silikon, das ausdrücklich als harzgeeignet gekennzeichnet ist. So vermeidest du Risse oder Verformungen beim Entformen.
Beispiel: Für ein dekoratives Tablett oder Schmuck mit eingegossenen Blüten eignet sich ein Silikon mit mittlerer Shore-Härte – flexibel, aber stabil.
🔹 Für Seife oder Wachs – Flexibilität ist entscheidend
Hier lautet das Stichwort: sehr elastisches Silikon. Nur so verhinderst du, dass feine Details beim Entformen abbrechen.
✔️ Achte auf Etiketten wie kosmetische oder handwerkliche Anwendung.
Wenn du Kerzenwachs gießt, muss das Silikon Temperaturen von 50–60 °C und mehr standhalten. Eine kurze Aushärtezeit ist ein Pluspunkt.
Empfohlene Produkte:
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Liquid Mold 5 – Ultrafeines Silikon für kleine Details
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Pure Mold 10 – Silikon für Kunsthandwerk & feine Strukturen
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Pure Mold 20 – Universelles Silikon für Skulpturen & Kunstobjekte
🔹 Für Gips oder Beton – denke an Widerstandsfähigkeit
Diese Materialien sind abrasiv und nutzen Formen schnell ab. Wähle daher ein Silikon mit hoher Shore-Härte (30–40+), um die Lebensdauer deiner Form zu verlängern.
Ideal für Vasen, Fliesen oder Dekorfiguren. Die Aushärtung dauert länger, aber das Ergebnis lohnt sich.
Empfohlene Produkte:
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Pure Mold 30 – Ideal für Beton, Gips, Mörtel, Stein
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Liquid Mold 30 – Robustes Silikon für schwere Materialien
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Liquid Mold 40 – Industrielles, langlebiges Silikon
🔹 Unsicher, welches Silikon du hast?
Lies die Etiketten sorgfältig:
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Ist die Anwendung (Harz, Seife, Beton) klar angegeben?
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Steht die Shore-Härte oder Aushärtezeit drauf?
👉 Falls nichts davon erkennbar ist, besser nicht für empfindliche Projekte einsetzen.
✅ Schnell-Checkliste – so findest du das richtige Silikon:
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Welches Material willst du gießen? (Harz, Seife, Gips, Wachs…)
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Brauchst du mehr Flexibilität oder Abriebfestigkeit?
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Hat dein Projekt viele Details?
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Soll es schnell aushärten? Dann ein schnelles System wählen.
❓ Häufige Fragen (FAQ)
Welches Silikon eignet sich allgemein für Formenbau?
→ RTV-Silikon (Raumtemperatur-Vulkanisation). Zwei Hauptarten:
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Kondensationssilikon: günstiger, Mischungsverhältnis 100:5 oder 100:10.
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Additionssilikon: stabiler, detailgetreuer, perfekt für Harz.
Welche Shore-Härte ist die richtige?
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Harz: Shore 20–30
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Seife/Wachs: Shore 10–20
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Beton/Gips: Shore 40+
Wie vermeidet man, dass Harz an der Form klebt?
→ Immer ein Trennmittel verwenden (Spray oder technische Vaseline).
Kann man normales Silikon aus der Tube nehmen?
→ Nein. Bau-Silikon (acetatvernetzend) ist ungeeignet: es riecht stark, härtet unregelmäßig und bildet Blasen.
Welche Silikonarten gibt es?
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Kondensationssilikon
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Additionssilikon
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Pastöses (thixotropes) Silikon – perfekt für senkrechte Flächen.
👉 Mit diesem Leitfaden findest du garantiert das passende Silikon für dein Projekt – egal ob Schmuck, Kerzen oder Beton-Deko.








